Harald Geib: Hallo Jan Niklas, seit wann bist Du bei der Tafel Gelnhausen aktiv?

Jan Niklas Appelt: Seit 1. August bin ich an der Fachoberschule (FOS) der Beruflichen Schulen Gelnhausen mit Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung in der Ausbildung. Die Praktikumsphase des 1. Ausbildungsabschnitts absolviere ich seither mittwochs bis freitags bei der Tafel.

Harald Geib: Was hast Du für einen Ausbildungsweg zuvor genommen?

Jan Niklas Appelt: An der Kreisrealschule Gelnhausen habe ich den qualifizierten Realschulabschluss erreicht und mich anschließend für den Bundesfreiwilligendienst im MEDICLIN Reha-Zentrum Bad Orb entschieden.

Harald Geib: Warum hast Du Dich für die Praktikumsstelle bei der Tafel entschieden?

Jan Niklas Appelt: Über meine Mutter, der Sohn einer Freundin von ihr hat das Praktikum bei der Tafel abgeleistet. Im Gespräch mit ihm berichtete er begeistert von der Arbeit und dem Betriebsklima, so dass es für mich keine Frage mehr war mich dafür zu bewerben.

Harald Geib: Wie gefällt Dir nach vier Monaten das Praktikum?

Jan Niklas Appelt: Es gefällt mir sehr gut. Die Arbeit ist interessant, abwechslungsreich und macht Spaß. Ich konnte bisher schon alle Bereiche bei der Tafel kennenlernen, bin sporadisch als Beifahrer beim Einsammeln der Lebensmittel dabei gewesen, habe bei der Sortierung geholfen und auch bei der Ausgabe zum Beispiel am Kühlschrank. Die vielfältige Arbeit in der Geschäftsstelle gefällt mir am besten. Hin und wieder werde ich aber auch wegen meiner Größe, ich bin 1,87 m groß, zur Sortierung gerufen, um etwa einen Korb Bananen von den hohen Rollboxen herunter zu heben.

Harald Geib: Wegen Deiner jugendlichen Kraft bist Du bei unseren zahlreichen älteren Helfern dafür natürlich gern gesehen! Welche Erfahrungen hast Du bisher im Umgang mit unseren Kunden gemacht?

Jan Niklas Appelt: Bisher habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Kunden sind fast alle freundlich und nett. Einmal hat sich ein Kunde beschwert, dass er fast nur Obst und Gemüse im Korb hätte und nur wenig Kühl- und Michprodukte. Er hatte aber Verständnis, als ich ihm mitgeteilt habe, dass wir aktuell eine Flaute bei den Kühlwaren haben, aber wir versuchen dies durch Trockenprodukte aus dem hessischen Zentrallager auszugleichen.

Harald Geib: Wie sieht Dein Plan für Deine weitere berufliche Zukunft aus?

Jan Niklas Appelt: Im nächsten Schuljahr absolviere ich den zweiten Ausbildungsabschnitt der FOS in Vollzeit und werde mir dann überlegen, welche Berufsrichtung mit welchem Abschluss ich dann anstrebe. Meine Erfahrungen in der Tafel mit meiner Arbeit gleichzeitig einem guten Zweck zu dienen und damit Menschen zu helfen, werde ich dabei stets im Hinterkopf behalten.

Harald Geib: Vielen Dank Jan Niklas für das Gespräch, weiterhin viel Spaß bei Deiner Arbeit für die Tafel und alles Gute für Deinen weiteren Berufsweg.

Harald Geib: Guten Tag Janna. Du bist jetzt seit August Fachoberschulpraktikantin bei der Tafel. Wie
war Dein bisheriger Ausbildungsweg und welche Schwerpunkte hattest Du dabei?

Janna Hattaß: An der Anton-Calaminus-Schule in Gründau-Rothenbergen habe ich meinen
Realschulabschluss absolviert. Das meiste Interesse in der Schule hatte ich im Fach Mathematik, so
dass ich nach einer Ausbildung gesucht habe, in der ich meine Neigungen anwenden kann. So habe
ich mich für die Fachoberschule (FOS) der Beruflichen Schulen Gelnhausen mit Schwerpunkt
Wirtschaft und Verwaltung entschieden.

Harald Geib: Wie kamst Du auf die Tafel als Ausbildungsstelle für das Jahrespraktikum?

Janna Hattaß: Am Berufsinformationstag der FOS traf ich einen Praktikanten der mir von seinem
vielseitigen und interessanten Erfahrungen in seiner Zeit bei der Tafel berichtete. Da mir
Verwaltungstätigkeiten Freude bereiten, habe ich mich bei der Tafel Gelnhausen beworben und
besonders gefreut, dass ich die Praktikumsstelle bekommen habe.

Harald Geib: Wie gefällt es Dir in Deinem Praktikum hier?

Janna Hattaß: Alle im Tafelteam sind nett und haben mir den Start in die Praxisphase der Ausbildung
sehr erleichtert. Die Tätigkeiten sind sehr abwechslungsreich, so war ich schon zweimal mit auf Tour
bei den Märkten zum Lebensmitteleinsammeln, habe bei der Ausgabe an der Kasse Erfahrung
gesammelt, bin aber am liebsten in der Geschäftsstelle aktiv. Es macht einfach Freude mit seiner
Arbeit Menschen zu helfen.

Harald Geib: Wie sind Deiner Erfahrungen im Umgang mit unseren Kunden?

Janna Hattaß: Überwiegend habe ich sehr positive Erfahrungen in den Gesprächen mit den Kunden
am Telefon oder in der Geschäftsstelle gemacht. Hin und wieder gibt es bei Anmeldungen oder
Fragen zu Kundenterminen auch mal Sprachprobleme, die sich aber immer lösen lassen und wenn es
mit Händen und Füßen ist. Meine persönlich beeindruckenste Erfahrung in dem Praktikum bisher ist,
das ich merke, offener und kontaktfreudiger im Umgang geworden zu sein.

Harald Geib: Welche beruflichen Ziele hast Du nach dem Praktikum?

Janna Hattaß: Im nächsten Schuljahr geht es mir natürlich darum den Abschluss der allgemeinen
Fachhochschulreife zu erlangen, danach strebe ich entweder ein duales Studium oder eine
Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte oder Industriekauffrau an.

Harald Geib: Herzlichen Dank Janna für das offene Gespräch über Deine bisherige Arbeit für die
Tafel. Wir wünschen Dir weiterhin viel Freude im letzten halben Jahr bei uns und schon alles Gute auf
Deinem weiteren Berufsweg.

„Was lange währt, wird endlich gut“ resümmierte Claus Witte, der Vorsitzende der Tafel Gelnhausen e.V. Schon beim Bau der Tafel in der Cassebeerstraße 7 vor 8 Jahren war zur Anlieferung der Waren ein Vordach geplant. Es wurde jedoch bisher nie errichtet, ebenso wie zwischenzeitliche Planungen dazu nicht realisiert wurden.

Auf Initiative unseres ehrenamtlichen Helfers und Architekten Reinhard Flöck begann vor zwei Jahren eine neue Planung. Nach vielen verschiedenen Varianten und mehreren Kostenvoranschlägen entschied man sich gemeinsam mit dem Statiker Prof. Dr.-Ing. Matthias Rohde für die massive Version eines 8,20 x 5,60 Meter großen Daches, das von 6 Pfeilern getragen, 3,80 Meter auskragt. „So können auch bei Regen- und Schneefall zwei Transporter gleichzeitig nebeneinander trocken ausladen“ konstatiert Reinhard Flöck.

Mit Unterstützung des Lehrlings-Scouts der Kreishandwerkerschaft, Heiko Schreiber, wurde das Berufsfeld Metalltechnik des Jugendhilfezentrums Don Bosco Sannerz mit der Planausführung beauftragt. Die aufwendigen Erd- und Fundamentarbeiten führte das Bauunternehmen M.D. Bau GmbH aus, wobei der ehrenamtliche Tafelhelfer Dipl.-Ing. Michael Gries mit seiner langjährigen Erfahrung als Bauleiter fungierte. Am 15. Oktober rückte der Autokran der Fa. Reitz, Gelnhausen-Höchst an, sodass unter Leitung des Werkstattleiters der Metalltechnik Hans-Georg Glock der anspruchsvolle Aufbau der Konstruktion mit mutigen, schwindelfreien Auszubildenden innerhalb von drei Stunden gelang. Dacheindeckung und Freilagerboxen wurden in den folgenden Wochen in der Werkstatt vorbereitet und vor Ort installiert.

Rechtzeitig vor der nassen und kalten Winterzeit können die Tafelhelfer jetzt im Trockenen die eingesammelten Lebensmittel ausladen und der neue Freilagerraum kann vielfältig genutzt werden.

Für die professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten bedankt sich der Vorstand der Tafel Gelnhausen und der für das Projekt federführende Vorstand Harald Geib freut sich „endlich kann unser ‚Berliner Flughafen‘ in Betrieb gehen“.

Aufgrund der wieder exponentiell gestiegenen COVID-19-Fälle im Main-Kinzig-Kreis und des November-Lockdowns in Verbindung mit vereinzelten Ausfällen von Fahrern und anderen Helfern, sieht sich die Tafel Gelnhausen e.V. wieder gezwungen den Betrieb zu reduzieren.

Da im Normalbetrieb bis zu 20 Mitarbeiter gleichzeitig in Sortierung und Ausgabe arbeiten sowie teilweise 5 bis 6 Mitarbeiter in der Geschäftsstelle erforderlich sind, können die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden. Um die Helfer und Kunden vor der zunehmenden Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen, wird der Ausgabebetrieb derart reduziert, dass alle Kunden bis auf Weiteres nur noch alle 2 Wochen Lebensmittelkörbe abholen können.

Schon im Frühjahr hatte uns das Bad Vilbeler Familienunternehmen mit seinem Projekt „HassiaHILFT“ durch eine großzügige Spende an Mineralwasser unterstützt. So konnten die Tafelhelfer und ihre Kunden den langen und heißen Sommer besser überstehen.

Als wir nun einen Hilferuf nach einem großen Gastroschirm als Wetterschutz für unsere Kunden im Herbst/Winter starteten, kam umgehend die Zusage und zusätzlich spendete das Unternehmen nochmals 160 Kisten Hassia Mineralwasser.

Wir bedanken uns für diese uneigennützige Aktion, ganz besonders im Namen unserer Kunden, mit denen sich Hassia hiermit solidarisiert und sie in der schwierigen Situation nicht allein im Regen stehen lässt.

Seit fünf Jahren unterstützt die Main-Kinzig-Post den Tafel Gelnhausen e.V. kostenlos bei Sortierung, Abholung und Versand der anfallenden Post. Claus Witte, Vorsitzender der Tafel in Gelnhausen, zeigt sich sehr froh darüber: „Sebastian Rams erleichtert uns mit seinen Mitarbeitern und seinem Service die tägliche Arbeit ganz wesentlich. Mit 1.200 Kunden, 500 Mitgliedern und ca. 250 aktiven Helfern sind wir mit einem mittelständischen Unternehmen vergleichbar und haben entsprechend viel Postverkehr.“ „Etwa 50 Euro an monatlichen Kosten erspart uns die Patenschaft der Post- und Logistikservice Rams GmbH“ ergänzt der Finanzvorstand Günter Rupietta und Herr Rams erklärt dazu: „Wir entlasten mit unserer Hilfe die Mitarbeiter der Tafel sehr gern und freuen uns bei den täglichen Besuchen auf das freundliche Miteinander.“

Auch Felix Rogge von der Coverband Pfund unterstützt die Tafel tatkräftig. Mit starkem Sound rockt die Coverband PFUND gewöhnlich die Partys in Südhessen. Im Lockdown aber waren sie zunächst ausgebremst und haben ihren Elan und Esprit stattdessen in eine „Pfundschutz-Aktion“ investiert. „Fast 200 Mund- und Nasenmasken haben wir mit unserem Logo produziert und für 25 Euro pro Stück an unsere Fans verkauft“ erzählt das Bandmitglied aus Gelnhausen. „Den Erlös von fast 5.000 Euro teilten wir unter uns fünf Bandmitgliedern auf und jeder spendete seinen Anteil einer sozialen Einrichtung. Meinen Anteil stelle ich der Tafel Gelnhausen und damit den Bedürftigsten in unserer Gesellschaft zur Verfügung.“ Harald Geib, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Tafel Gelnhausen zuständig ist, bedankte sich ganz herzlich bei ihm und der Band, die ihr nächstes Konzert am 30. Oktober in Aschaffenburg gibt.

Ganz im Sinne des von PFUND gecoverten Police-Songs „Sending out an S.O.S.“ ruft der ehrenamtliche Geschäftsführer der Tafel, Rolf-Dieter Riedel, nun Menschen zur Mithilfe bei der Tafel auf: „Nach der Wiedereröffnung der Tafel im August suchen wir dringend ehrenamtliche Helfer zum Einsammeln der von den Gebermärkten gespendeten Lebensmittel (Fahrer und Beifahrer für Dienstag, Donnerstag und Samstag). Ebenso werden, außer mittwochs, noch Ehrenamtliche für etwa drei Stunden Sortierung und Ausgabe der Waren in Gelnhausen gesucht.“

 

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier würdigte mit seinem Besuch bei der Tafel Gelnhausen die Arbeit der zahlreichen, vor allem älteren Ehrenamtlichen, die uns helfen. Er lobte dabei auch die vielen Freiwilligen, die uns geholfen haben, als die Älteren zu Beginn der Pandemie nicht mehr helfen konnten. Für die gemeinsame Unterstützung, auch gerade von jungen Menschen, sagte er „Danke“.

Die Tafel Gelnhausen bedankt sich bei dem Ministerpräsidenten für die Ehre des Besuchs, die unbürokratische Unterstützung bisher in der Krise, den wertvollen Umschlag und die Ermutigung der jungen Helfer, den Gedanken des Gemeinsamen weiterhin zu bewahren.

Der Vorstand bedankt sich nochmals von Herzen bei allen Helfern und Freiwilligen für Ihre vielfältigen Hilfestellungen in den vergangenen, schweren Wochen.

Unser Dank gilt auch den Vertretern aus Politik und Verwaltung, die uns im Lockdown Wege bereitet haben, unsere Kunden zu versorgen und uns jetzt mit ihrem Besuch geehrt haben.

Als Anwalt unserer Kunden appellieren wir aber auch an alle: Bitte vergesst nicht die Menschen, die von Armut betroffen sind, vergesst die Kinder von Ihnen nicht, die für das Homeschooling eine IT-Ausstattung benötigen – nur mit Bildung werden sie die Armutsspirale verlassen können! Denkt bitte auch an die älteren Menschen mit sehr niedrigen Renten oder Grundsicherung im Alter – eine temporäre Aufstockung der Grundsicherungsleistung um 100 Euro monatlich wäre eine notwendige politische Maßnahme!

Presseberichte vom Besuch:
Hanauer_Anzeiger_8_07_20;

Kinzig.News

Hessen.de;

GNZ vom 8_07_20:

 

 

Evonik Industries AG ist ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialchemie. Der Konzern ist in über 100 Ländern aktiv und hat auch einen Sitz im Industriepark Hanau-Wolfgang. Zu den dort beheimateten Geschäftseinheiten gehört der Bereich Active Oxygens, der in der aktuellen Coronakrise für Soziale Einrichtungen der umliegenden Region abgepacktes Wasser zur weiteren Verteilung spendete. Die Tafel Gelnhausen hat sich rum ein Kontingent daraus bemüht und konnte die Waren am Montag abholen. Über 2.000 TetraPaks mit 0,5 Liter Wasserinhalt stehen uns nun für die warmen Monate für unsere Kunden zur Verfügung.

Hintergrund der Aktion: Active Oxygens stellt eine Chemikalie her (OXTERIL®, Wasserstoffperoxid), die zur Sterilisation des Verpackungsmaterials (TetraPak) vor dessen Befüllung eingesetzt wird.  Anlässlich der Promotion dieses Produktes nahm Evonik eine Sonderabfüllung vor und plante das abgepackte Wasser bei Industriemessen an die Besucher auszugeben. Aufgrund der Corona-Pandemie finden derzeit aber keine Messen statt und auch andere größere Veranstaltungen stehen für die nächste Zeit nicht an, so stand das Produkt zur anderweitigen Verteilung zur Verfügung.
Die Tafel Gelnhausen freut sich über die Berücksichtigung und bedankt sich bei Evonik für diese großzügige Spende.

Seit 24. März hat die Tafel Gelnhausen mit der Unterstützung zahlreicher freiwilliger Helfer ca. 160 Kunden, Rentner ohne Grundsicherung und Alleinerziehende mittels Lieferservice einmal wöchentlich mit einem Korb Lebensmittel versorgt. Zuvor hatte die Tafel zur Gesundheitsvorsorge ihrer Kunden  und ehrenamtlichen Helfer, die zu mehr als 90 Prozent zur Corona-Risikogruppe gehören, die Lebensmittelausgabe eingestellt. Die Corona Notfallauslieferungen wurden unter strengen Vorkehrungen in Zweierteams vorgenommen. Auch beim Einsammeln der Lebensmittel, bei der Sortierung, beim Packen und in der Ausgabe wurden unter Berücksichtigung der erforderlichen Mindestabstände strikte Verhaltensregeln befolgt. Dabei waren die Helfer von Beginn an mit Mund- und Nasenmasken ausgestattet, die Renate M. und Irene Lanz dankenswerterweise genäht und gespendet hatten.

Zusätzlich zu einigen erfahrenen Ehrenamtlichen, halfen ebenso junge Freiwillige aus vielen Bereichen unserer Gesellschaft.  Großer Dank gebührt daher den jungen Helfern aus den politischen Jugendorganisationen, Jusos, Junge Union, Grüne Jugend, Junge Liberale und von Die Partei. Außerdem engagierten sich spontan auch Sonja und Valentina Siemens, die Fußballer der Germania Horbach mit ihrem Trainer sowie die Frauenfußballerinnen der SG Haitz mit ihrem Torwarttrainer. Zusammen mit weiteren hilfsbereiten Gruppen wie der Ahmadiyyajugend, dem Pfadfinderstamm Sankt Jakobus Wirtheim, der Initiative „Brachttal hilft“ und der Gründauer Evangelischen Kirchengemeinde auf dem Berg konnten somit die bedürftigsten Tafelkunden in dieser schweren Zeit mit Lebensmitteln zuhause versorgt werden. Der Vorsitzende der Tafel Gelnhausen, Claus Witte, bedankt sich daher von Herzen bei allen Helfern: „Sie haben dabei die Tafelidee gemeinsam intensiv gelebt und anderen Menschen gegeben, was sie brauchten: einen Korb Lebensmittel, ein Lächeln und ein offenes Ohr. Dafür haben sich auch zahlreiche Kunden bei allen Beteiligten herzlich bedankt.“

Mit den Corona-Lockerungen ab 4. Mai startet die Tafel Gelnhausen in einen reduzierten Ausgabebetrieb, der weiterhin mit einem Lieferservice für Kunden, die nicht zur Abholung kommen können, kombiniert wird. In Gelnhausen ist die Ausgabestelle dann wieder an 6 Tagen der Woche geöffnet, während in Lieblos, Somborn, Kassel und Hellstein wie üblich jeweils ein Tag die Woche Tafelbetrieb herrscht. Leider kann aufgrund der einzuhaltenden Abstandsregeln derzeit beim Einsammeln, bei der Sortierung und bei der Ausgabe noch kein Vollbetrieb mit der Verarbeitung von ca. 1 Tonne Lebensmitteln am Tag gewährleistet werden. Maximal leistbar ist aktuell ein reduzierter Ausgabe- und Lieferbetrieb, der alle Kunden der Tafel im 14-tägigen Rhythmus mit einen Korb Lebensmittel versorgt.

Unterstützt und mitinitiiert wurde der Notbetrieb der Tafel Gelnhausen von der ersten Kreisbeigeordneten des Main-Kinzig-Kreises Susanne Simmler, der Amtsleiterin für soziale Förderung und Teilhabe Iris Hurrlein und dem Geschäftsführers der AQA (Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung), Hans-Jürgen Scherer. Die Tafel und ihre Kunden bedanken sich dafür ganz herzlich.

Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise begrüßt Harald Geib vom Vorstand der Tafel Gelnhausen die Einführung des Notfall-Kinderzuschlags als den richtigen Weg, Familien und vor allem Alleinerziehende in der Coronakrise zu unterstützen. „Personen, die Hartz-IV oder Grundsicherung beziehen, können davon allerdings nicht profitieren, weil sich diese Hilfen gegenseitig ausschließen,“ konstatiert Harald Geib. Daher fordert die Tafel Politiker im Bund, Land, Kreis und in den Kommunen auf, jedem Grundsicherungs- und Hartz-IV-Bezieher monatlich 100 Euro bis zum Ende der krisenbedingten Maßnahmen auszuzahlen. „Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die am Rande der Gesellschaft Lebenden durch das geringe Einkommen und weniger Unterstützung durch die Tafel infolge von Fehl- und Mangelernährung auch noch krank werden“, so Geib. Darüber hinaus ermutigt die Tafel diejenigen, die für die Bestreitung des notwendigsten Lebensunterhalts kein ausreichendes Einkommen beziehen, sich nach staatlichen Hilfen zu erkundigen. Je nach Situation können Wohngeld und ggf. Kinderzuschlag oder ergänzende Hartz IV Leistungen bzw. Grundsicherung beantragt werden. Alternativ wäre auch die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen an Tafelkunden eine Lösung.

 

Die Ausgabestellen der Tafel bleiben aufgrund der Pandemie-Lage noch bis zum 02. Mai geschlossen. In dieser Zeit werden die Corona-Notfallauslieferungen für Alleinerziehende sowie Rentner und Rentnerinnen ohne Grundsicherungen fortgesetzt. Auch am vergangenen Dienstag halfen wieder einige Freiwillige, wie der SG Haitz e. V. und die Jugendorganisation der Parteien, den Ehrenamtlichen beim Einsammeln, Sortieren, Ausgeben und Liefern der Lebensmittelkörbe an 46 Haushalte.

Die Tafel Gelnhausen plant ab dem 04. Mai wieder endlich all ihre Kunden, also rund 400 Haushalte, zu versorgen. Die Ausgabestelle Gelnhausen wird dafür täglich geöffnet. Die Ausgabestellen in Gründau-Lieblos, Freigericht-Somborn, Biebergemünd-Kassel sowie Brachttal-Hellstein werden an den üblichen Tagen geöffnet sein. Die Kunden dürfen dann ab dem 04. Mai im zweiwöchigen Rhythmus zu den Ausgabestellen kommen, um ihre Lebensmittelkörbe abzuholen. Sie werden dazu vorher kontaktiert und ihnen wird telefonisch mitgeteilt wann und wo sie ihre Waren erhalten. Um diese Information an alle zu gewährleisten, bittet die Tafel ihre Kunden, sie schnellstmöglich über bisher noch nicht mitgeteilte Wohnanschriften und Telefonnummern zu informieren.

Um den empfohlenen Abstand für Kunden und auch Mitarbeiter einhalten zu können, besteht die Tafel darauf, dass ihre Kunden allein erscheinen und vor allem keine Kinder bei der Abholung der Lebensmittelkörbe mitbringen. Die Alleinerziehenden werden daher weiter beliefert. Zudem beschloss der Vorstand der Tafel Gelnhausen die verbindliche Maskenpflicht, sowohl für die Ehrenamtlichen und Freiwilligen als auch für die Kunden.

Sofern ab dem 04. Mai weiterhin zahlreiche Freiwillige die Tafel Gelnhausen unterstützen, wird es Corona-Notfallauslieferungen für Alleinerziehende und für Kunden, die älter als 60 Jahre sind oder eine Vorerkrankung haben, geben. Letztere werden gebeten sich bei der Tafel zu melden und diese darüber in Kenntnis zu setzen.

„Interessierte sind herzlich eingeladen sich auf unserer Homepage darüber zu informieren auf welche Weise sie uns unterstützen können.“, so Harald Geib (Mitglied im Vorstand der Tafel Gelnhausen).